Gründungsstory Teil 1

Vom Uni Kurs zum Start-Up:
Wie entstand eigentlich die Idee für Spielköpfe und warum wurde ein Start-Up daraus? Crowdfunding- und Freund*innenschaft-Storys sind auch dabei :)

Vom Uni Kurs zum Start-Up

Wir starten einen Blog und sind ganz aufgeregt. Als leichtes Einstiegsthema wollen wir euch erstmal unsere Gründungsgeschichte erzählen, aber langfristig möchten wir hier informieren und diskutieren – zu allem was uns im Spielköpfe Kosmos regelmäßig bewegt. Von Feminismus, Intersektionalität, Anti-Rassismus, Anti-Kapitalismus und unseren Dilemmata damit im Unternehmensalltag, warum wir mit * gendern und keine bezahlte Werbung machen, aber auch unseren Werten und Wünschen für eine gerechtere Zukunft. Wir sind gespannt!

Die Idee von Spielköpfe entstand – wie soll es anders sein – beim Spielen, beim Doppelkopf-Spielen, um genau zu sein. Seit Jahren in feministischen und anti-rassistische Themen verwickelt, habe ich retroperspektiv betrachtet recht lange gebraucht, um zu bemerken, dass sich diese Themen durch die alltäglichsten Dinge ziehen, auch durch Spiele. Obwohl beim Doppelkopf natürlich die Dame der höchste Trumpf ist, ist die Dominanz der Könige, trotz ihres recht wertlosen Daseins in der Doppelkopfwelt, nicht weg zu argumentieren. Eine Königin gibt es schlicht und ergreifend nicht. Zudem sind die Personen alle weiß und auch sonst recht stereotyphaft und so gar nicht vielfältig dargestellt.

Problem erkannt, wollte ich mich einfach mit modernen und wokeren Spielkarten ausstatten und durchforstete das Internet, fand aber leider nichts. Mist, dachte ich. Praktischerweise kam recht gleichzeitig die Bewerbung für mein Masterstudium, wo ich mich eh mit einer eigenen Projektidee bewerben musste. Gedacht, getan und angenommen. Ein paar Monate später saß ich mit Caro und Jana am WG-Tisch und fand meine Mitstreiterinnen für die Kartenidee in der ersten Uni-Woche, wo wir nach der ersten Partynacht, direkt freundschafts-verliebt waren. Schönerweise entwickelte sich die Verliebtheitsphase tatsächlich weiter <3

Die nächsten Monate an Uni-Kursen und Ideen-Schmiederein gingen schnell vorbei und es war klar, die Spielkarten machen wir. Und zwar so, dass sie die herkömmlichen Karten ersetzen. Ja, und damit ging es los. Über drei Semester sollte nun, damals noch unter altem Namen, „Das bunte Deck“ unser Herzensprojekt sein.

Ein halbes Jahr später gewannen wir den Yooweedoo Ideenwettbewerb – tolle Sache – und hatten eine kleine Start-Finanzierung, um die ersten Künstler*innen Gehälter und Probedrucke für unsere Karten zu bezahlen. Das sah so aus (bisschen unprofessionell – bisschen lustig)

Nachdem wir mit einem Künstler gestartet sind, war uns schnell klar, wir wollen verschiedene Perspektiven miteinbeziehen. Also begann eine intensive Suche nach ganz unterschiedlichen Künstler*innen, die aber trotzdem einen ähnlichen Zeichenstil haben, damit die Karten harmonisch zusammenpassen. Mehr zu ihnen erfahrt ihr hier. Da wir uns als weißes Kernteam sehr kritisch mit internalisiertem Rassismus auseinandersetzen wollen, haben wir uns immer wieder Feedback eingeholt. Z.B. von Maryam von embipoc – vielen Dank euch dafür!

Ein Jahr nach unserem Kennenlernen und Projekt-Start lief unsere Crowdfunding Kampagne im Oktober 2019 und wir haben sage und schreibe über 10.000€ für unsere Skat und Doppelkopf-Decks sammeln können. Kurz darauf war der Webshop online und das Weihnachtsgeschäft ging los, wir beschrifteten !handschriftlich! zahlreiche Briefumschläge und brachten jutebeutelweise Spielepakete zur Post – und haben unseren ersten Shop in Kiel beliefert – wie cool!

Im Mai 2020 kam das komplette Deck hinzu und wir gaben unsere ersten Workshops beim Waterkant Festival und für die neuen Erstsemester. Wir gewannen den Fairwandler-Preis und den Creative Business Cup Germany. Also eigentlich läuft alles top. Aber ein Thema beschäftigt uns seit der Gründung und lässt uns nicht los: Unser Unbehagen als kapitalismuskritische Menschen ein Start-Up zu gründen. Darum geht’s im nächsten Teil unsere Gründungsstory. Wir freuen uns!

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